Rückführungen

 

Erklärungsansätze

Zuerst erhebt sich die Frage: gibt es überhaupt mehrere Leben? Unabhängig von der Beantwortung dieser Frage arbeite ich mit subjektiven oder psychischen Wahrheiten; für mich zählt, was der Patient als wirklich erlebt, gleichgültig ob es sich um ein „Erinnern“ oder um eine Phantasie handelt. Dennoch gibt es die verschiedensten Erklärungsansätze:

 

Positivistische oder „Tabula-rasa-Position

Sie geht davon aus, dass wir bei der Geburt ein unbeschriebenes Blatt sind, dass wir nur ein Leben und eine Identität haben und dass seelische Störungen auf Erfahrungen zurückzuführen sind, die wir in diesem unserem einzigen Leben gemacht haben. Aus dieser Sicht sind Wiedererinnerungen vergangener Existenzen auf Phantasien zurück-zuführen, die sich aus längst vergangenen Geschichten, Büchern, Filmen usw. speisen.

Position des umfassenden Gedächtnisses

Dies ist der Glaube, dass wir alle im Traum, in der Meditation oder in Hypnose Zugang zu einer universellen Schicht des Unbewussten haben, in der nicht nur unsere eigenen Erfahrungen gespeichert sind. Man glaubt, dass bei entsprechender Vorbereitung jeder von uns fähig ist, die gigantische kollektive Gedächtnisbank der Menschheit „anzuzapfen“. Dieses universelle Gedächtnis wird manchmal als „Akasha-Chronik“ oder nach C.G. Jung als „kollektives Unbewusstes“ bezeichnet.

Reinkarnationsposition

Der Glaube, dass die Seele, die bei der Geburt in dieses Leben eintritt, bereits viele Existenzen in zahleichen Körpern hinter sich und durch früher begangene Handlungen karmische Verdienste, aber auch ein Schuldenkonto erworben hat. Entsprechend dem universell gültigen Gesetz von der seelischen Ursache und Wirkung, auch Karma genannt, erntet, wer in dem einen Leben Egoismus sät, in einer anderen Existenz das entsprechende Elend und Leid.

Die tibetische Auffassung von Wiedergeburt

Die Tibeter bezeichnen veränderte oder besonders intensive Bewusstseinszustände, bestimmte Zwischenzustände der Psyche, als „bardo“. So gibt es u.a. ein Bardo für den Augenblick des Todes als auch  ein Bardo für das Streben nach Wiedergeburt.

Die Tibeter weisen immer wieder auf die Bedeutung des letzten Augenblicks im Leben hin: er bietet dem Sterbenden die Möglichkeit, sich durch Bewusstseinsklarheit von karmischen Bindungen zu befreien. Wenn ein Mensch zwar eines gewaltsamen Todes stirbt, aber sein Geschick als gerechtfertigt annimmt und weder Groll noch Rachegedanken hegt, werden seine künftigen Existenzen nicht mit Karma belastet.

Das erhöhte Bewusstsein, das beim Tod zu verzeichnen ist, prägt sich der Seele in Gestalt von Gefühlen, Gedanken und Empfindungen ein und wird so für künftige Existenzen aufbewahrt. Häufig werden diese Eindrücke dann während des Geburtstraumas wiederbelebt.

 

Wie arbeite ich?

Ich arbeite entweder mit Hypnose, leichter Entspannung oder mit bestimmten Fragetechniken. Zuerst jedoch erfolgt die Anamnese: unter welchen akuten oder chronischen Problemen leidet der Klient? Ich lasse mir detailliert die Lebensgeschichte des Klienten erzählen, wobei ich mir etwaige Krankheiten, traumatische Erfahrungen oder immer wieder auftauchende Muster merke. Dabei konzentriere ich mich auf das, das mir wichtig erscheint, z.B. seine Körperhaltung, körperliche Beschwerden, seine Atmung oder einen bestimmten Satz. Ich bitte den Klienten nun, sich den aufsteigenden Gefühlen und Bildern zu überlassen und für einen Moment in die Geschichte einzutauchen, als ob sie wahr wäre. Schon bald erzählen die meisten Klienten die Geschichte eines anderen „Selbst“, das ihnen sehr vertraut vorkommt und von dem sie das diffuse Gefühl haben, dass es schon immer irgendwo im Hintergrund ihres Bewusstseins da gewesen ist. Sie erleben das wiedererinnerte Selbst jedoch mit einem völlig anderen „Ich-Bewußtsein“, das sich durch ungewohnte Worte und Emotionen ausdrücken kann.

Ich fordere den Klienten dann auf, die wichtigsten Ereignisse und Wendepunkte jenes anderen Lebens in aller Deutlichkeit noch einmal zu erleben, wobei er auf schmerzliche oder sogar beschämende Aspekte jenes Selbst stossen kann. 

In der nachtodlichen Erfahrung bietet sich die Gelegenheit, in der sog. Rückblicks-Phase das vergangen Leben noch einmal zu bewerten, die Themen des vergangenen mit den ungelösten Problemen des jetzigen Lebens zu vergleichen. Viele berichten, dass das Bewusstsein über dem Körper schwebe und dann in ein unbeschreibliches Reich des Friedens und der Ruhe hinübergleite. 

Da der Klient die Geschichte des vergangenen Lebens ganz sinnlich erfährt, entladen sich die durch alte Traumatisierungen blockierten Energien oft durch starke körperliche Empfindungen. Nach Reich beginnen die blockierten Energien zu „fliessen“. Auch der Körper wird ermutigt, das alte Thema loszulassen. Denn das Thema muß auf allen Ebenen losgelassen werden: der phyischen, emotionalen und mentalen. So kann der Klient die Geschichte jetzt als beendet betrachten, als ein Muster, das er nicht mehr zu wiederholen braucht. Dies wird dann als eine enorme Entlastung und Befreiung erfahren.

 

Erfahrungen

Jedes Kind tritt mit seinen ganz persönlichen unerledigten karmischen Prägungen in diese Welt ein. Die neu ins Leben tretende Seele des Kindes fühlt sich von einer Mutter und einem Vater angezogen, die dem neu sich verkörpernden Wesen helfen, seine unerledigten karmischen Residuen (Reste) zu reaktivieren.

Meist wechseln sich Täter- und Opfer-Existenzen ab: aus dem Herrn in einem Leben wird ein Sklave in einem anderen, aus einem Revolutionär ein Tyrann usw. Manchmal ist auch die Verwandlung aus einem weiblichen Opfer in eine brutale männliche Figur zu bobachten. Und nicht nur das Opfer, auch der Täter in uns bedarf der Heilung und der Vergebung! Ebenso wechseln sich die Eltern-Kind-Rollen ab.

Im Unterbewusstsein sind sämtliche früheren Existenzen ständig gegenwärtig, d.h. es gibt kein „früher“ oder „später“.

 

Wieviele Sitzungen sind nötig?

Meist arbeite ich in einer Sitzung 2 - 3 Stunden lang: zuerst erfolgt die Anamnese, dann die intensive Arbeit, dann das Zurückkommen und die Besprechung. Meist sind nicht mehr als drei Sitzungen nötig.